Lego und iPhone: Life of George

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Eigentlich war es Zufall. Zufall, dass ich am 1. Oktober in Hamburg war. Zufall, dass ich durch die Innenstadt lief. Zufall, dass ich mich an den Lego-Store in der Spitalerstraße erinnerte. Und Zufall, dass ich erst vor ein paar Tagen über einen Artikel auf engadget.com gestolpert war, der sich mit einem neuen Spiel für das iPhone namens „Life of George“ befasste – Erscheinungstermin: 1. Oktober. Ein Lego-Spiel? Fürs iPhone? Mit richtigen Lego-Steinen? Da musste ich natürlich zugreifen. Doch der Reihe nach. 

Im Geschäft werde ich zunächst von riesigen Star-Wars-Bauten geblendet: Mittendrin steht unter einem Glaswürfel ein aus grauen Lego-Steinchen zusammengebauter Todesstern. Wie bei einem Puppenhaus fehlt die Ummantelung und man kann die vielen kleinen Szenen, die sich hier abspielen, verfolgen. In den Regalen türmen sich Verpackungen für Lkw, das Weiße Haus und einen VW-Bulli auf. An einer Wand gibt es runde Löcher – dahinter Lego-Steine, die man sich nach den eigenen Vorstellungen zusammensuchen kann. Die Augen der Erwachsenen hier leuchten mindestens so doll wie die der Kinder, die sie begleiten. Welches Familienmitglied eigentlich ausschlaggebend für den Besuch in dieser bunten Klötzchen-Welt war, wer weiß das schon so genau…

Und während die Kinder sich am Bau einer eigenen Lego-Figur versuchen und ihre Eltern ans bevorstehende Weihnachtsfest oder den Geburtstag erinnern, hängen die Erwachsenen ihren Erinnerungen an die eigene Kindheit nach. Auch ich. Schließlich sollte ich erst vor kurzem meine Bagger, Sattelschlepper und Schiffe auseinandernehmen, die schon seit Jahren in einem Regal auf dem Dachboden meiner Eltern verstauben. Aber ich konnte es nicht über mich bringen – wer weiß denn schon, ob sie jemals wieder zusammengebaut werden?

Ansonsten erinnert in diesem Geschäft vieles an den US-Lifestylehändler Apple. Zumindest scheint das Erfolgsrezept sehr ähnlich zu sein. Anfassen, ausprobieren und dazu jede Menge hilfsbereites Personal, das gut informiert und – zumindest teilweise – mit Leidenschaft bei der Sache ist. So muss das sein. Ich frage eine Verkäuferin im blauen T-Shirt, ob sie denn schon etwas von dem Spiel „Life of George“ gehört hätte. Sie hat, weiß aber auch nicht so recht, worum es dabei geht und was sie davon halten soll. Das lässt sich mich auch wissen. „Irgendwas macht man da mit dem iPhone“, versucht sie zu erklären. „Also man baut aus Steinchen ein Bild und fotografiert das dann.“ Dann könne man irgendwie Punkte erzielen.

Ich frage, ob es das Spiel denn schon in Deutschland gibt und werde erneut positiv überrascht. Im hinteren Bereich des Geschäfts, schon fast in der „Kinderabteilung“, stehen auf Bauchhöhe etwa sechs bunte Kartons, von denen mich die Beschriftung „Life of George“ anlächelt. Knapp 30 Euro kostet der Spaß. Ob schon jemand ein Spiel gekauft hat, kann mir die Verkäuferin nicht sagen. Sie sei erst seit ein paar Stunden im Laden. „Aber mein Chef meinte, dafür würden sich wohl keine Kinder interessieren, sondern eher so 30-Jährige mit iPhone.“

Wo er Recht hat, hat er Recht – denke ich und nehme ihr den Karton ab. Nach einem Zwischenstopp an der Kasse (ich lasse mich noch schnell als VIP-Mitglied registrieren) geht es mit Tüte und diversen Lego-Katalogen noch auf einen Kaffee an die Alster.

Gespielt wird später…

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